Selbstfürsorge ist nicht Egoismus
„Du musst mehr nach dir selbst schauen.“
Diesen Satz hören viele Menschen, die sich um andere kümmern, Verantwortung übernehmen und dabei die eigenen Bedürfnisse immer wieder zurückstellen.
Doch was bedeutet es eigentlich, nach sich selbst zu schauen?
Selbstfürsorge heißt für mich nicht, nur noch an sich selbst zu denken. Wir leben in Beziehungen. Wir tragen Verantwortung, gehen Kompromisse ein und nehmen Rücksicht auf Menschen, die uns wichtig sind.
Aber auch wir selbst gehören dazu.
Selbstfürsorge beginnt deshalb oft viel früher als bei der Frage: Was tue ich jetzt für mich?
Vielleicht beginnt sie damit, überhaupt wieder wahrzunehmen:
Wie geht es mir gerade?
Was brauche ich?
Wo liegt meine Grenze?
Was fühlt sich für mich stimmig an – und was nicht?
Manche Menschen haben sehr früh gelernt, die Bedürfnisse anderer schneller wahrzunehmen als die eigenen. Vielleicht war Anpassung wichtig. Vielleicht gab es wenig Raum für ein Nein oder für die eigenen Wünsche.
Dann kann es im Erwachsenenleben erstaunlich schwer sein, überhaupt zu spüren, was man selbst braucht.
Und auch ein wahrgenommenes Bedürfnis muss nicht immer sofort erfüllt werden. Manchmal geht es zunächst nur darum, es ernst zu nehmen und nicht automatisch darüber hinwegzugehen.
Selbstfürsorge bedeutet für mich deshalb weder Selbstaufgabe noch: Ich zuerst und die anderen sind mir egal.
Es geht um ein Sowohl-als-auch:
Bei mir sein und mit anderen verbunden bleiben.
Vielleicht magst du einmal neugierig beobachten:
Wie gut bemerkst du eigentlich, was du brauchst?


Bild@pixabay
Eigenes
Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!