Lebendig zu sein bedeutet auch, fühlen zu dürfen.
Verletzlich sein dürfen
Verletzlichkeit fühlt sich nicht immer gut an.
Sie zeigt sich vielleicht in einem Moment, in dem uns etwas tief berührt. Wenn wir traurig sind, Angst haben, uns zurückgewiesen fühlen oder merken, wie wichtig uns ein anderer Mensch ist.
Und manchmal versuchen wir genau diese Gefühle lieber nicht zu spüren.
Vielleicht haben wir früh gelernt, stark zu sein. Weiterzumachen. Uns zusammenzureißen. Vielleicht gab es wenig Raum für Traurigkeit, Wut oder Angst.
Dann kann es sinnvoll gewesen sein, manches nicht so deutlich wahrzunehmen.
Nicht, weil mit uns etwas nicht stimmt.
Sondern weil Menschen Wege finden, mit dem umzugehen, was gerade möglich ist.
Doch Gefühle verschwinden nicht unbedingt dadurch, dass wir sie nicht zeigen.
Manchmal bemerken wir nur noch eine innere Anspannung. Wir funktionieren, erledigen unseren Alltag und können vielleicht gar nicht genau sagen, wie es uns eigentlich geht.
Dabei gehören zu unserem Leben nicht nur Freude, Liebe und Leichtigkeit.
Auch Traurigkeit, Wut, Angst und Verletzlichkeit sind Teil unseres menschlichen Erlebens.
Es geht nicht darum, in schwierigen Gefühlen zu versinken oder sie möglichst intensiv erleben zu müssen.
Vielleicht geht es zunächst nur darum, ihnen ein wenig Raum zu geben und wahrzunehmen:
Was ist gerade in mir?
Ohne es sofort verändern zu müssen.
Ohne es zu bewerten.
Und in einem Tempo, das sich für mich stimmig anfühlt.
Denn lebendig zu sein bedeutet für mich nicht, immer glücklich zu sein.
Lebendig zu sein bedeutet auch, fühlen zu dürfen.
Leben.

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