Manche Dinge brauchen Zeit
Wir leben in einer Zeit, in der vieles schnell gehen soll.
Auch in meiner Praxis begegnet mir dieser Wunsch:
Ich möchte, dass es endlich besser wird. Am liebsten schnell.
Das kann ich gut verstehen. Wenn etwas belastet, möchten wir nicht noch lange damit leben müssen.
Und doch gibt es innere Prozesse, die sich nicht beschleunigen lassen.
Manches braucht Zeit, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Manches braucht Zeit, um verstanden zu werden. Und manchmal braucht es viele kleine Schritte, bis sich etwas verändern kann.
Gerade wenn uns bestimmte Reaktionen, Ängste oder Muster schon lange begleiten, verschwinden sie nicht unbedingt dadurch, dass wir verstanden haben, woher sie kommen.
Auch Trauer kennt keinen Zeitplan. Jeder Mensch erlebt und verarbeitet einen Verlust auf seine eigene Weise und in seinem eigenen Tempo.
Vielleicht geht es deshalb manchmal weniger darum, etwas möglichst schnell hinter sich zu bringen.
Vielleicht geht es darum, dem, was gerade da ist, die Zeit zu geben, die es braucht.
Das bedeutet nicht, stehen zu bleiben.
Auch kleine Schritte sind Bewegung.
Und manchmal geschieht Veränderung gerade dann, wenn wir aufhören, sie zu drängen.
Was in uns wachsen und sich entwickeln möchte, braucht manchmal vor allem eines: Zeit.

Bild@pixabay
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