Wenn es in Beziehungen immer wieder um dasselbe geht
Manchmal sind es Kleinigkeiten.
Der Müll wurde nicht rausgebracht. Eine Bemerkung fällt im falschen Ton. Einer zieht sich zurück, während der andere unbedingt reden möchte.
Und plötzlich ist da ein Streit, dessen Heftigkeit eigentlich gar nicht zu dem passt, was gerade passiert ist.
Vielleicht kennst du das auch:
Immer wieder geraten wir an denselben Punkt.
Dann lohnt es sich manchmal, nicht nur auf den aktuellen Konflikt zu schauen.
Denn wir begegnen unserem Partner nicht unbeschrieben.
Wir bringen Erfahrungen mit. Vorstellungen davon, wie Nähe funktioniert. Wie sicher es ist, sich zu zeigen. Was geschieht, wenn wir jemanden brauchen. Wie wir mit Konflikten umgehen – und was wir tun, wenn wir Angst haben, den anderen zu verlieren.
Manche Menschen suchen dann besonders viel Nähe. Andere ziehen sich zurück. Manche werden laut, andere ganz still.
Und häufig versucht jeder auf seine Weise, mit dem umzugehen, was gerade in ihm geschieht.
Das bedeutet nicht, dass jedes Verhalten in Ordnung ist.
Aber es kann einen Unterschied machen, ob wir nur fragen:
„Warum macht mein Partner das immer wieder?“
oder irgendwann auch:
„Was passiert eigentlich zwischen uns – und was geschieht dabei in mir?“
Eine Beziehung entsteht zwischen zwei Menschen. Deshalb können wir den anderen nicht allein dafür verantwortlich machen, wie sie sich entwickelt.
Aber wir müssen auch nicht die Verantwortung für alles übernehmen.
Wir können beginnen, unseren eigenen Anteil wahrzunehmen: unsere Bedürfnisse, unsere Grenzen, unsere Ängste und die Art, wie wir auf den anderen reagieren.
Und manchmal verändert sich dadurch der Blick auf einen Konflikt.
Nicht, weil plötzlich alles gut ist.
Sondern weil wir beginnen zu verstehen, was zwischen zwei Menschen eigentlich geschieht.
